Ein Requiem im Juli

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Autor: Ömer Faruk Bağ

Als die Hoffnung nur Verrat gebar,
Wurde die Schar des Grames gewahr.
So wünschtest du mir Gottessegen
Und gingest dem Tode entgegen.
Mit den Tönen an deinem Spinett
Beklagt den Abschied jedes Sonett.

Es kommen Gäste am Festmorgen,
Um meiner mit Trost zu versorgen.
Doch stürzt Stille ein in den Abend,
Kehrt nur dein Anblick das Leid labend.
Kalt bleibt der Kissen auf deinem Bett,
Verwaist das Veilchen am Fensterbrett.

Sohn, wie sollte ich es nur ahnen?
In dem Gelände blauer Fahnen,
In jenem schutzerhofften Bunker
Saß also eines Volkes Henker.
Den Colt gerichtet auf’s Amulett
Grölte man ein Mordlied im Duett.

Hier ließest du meine Hände los,
Heut‘ setzt du dich in den Erdenschoß.
Ruhe derweilen in Behagen,
Auch die Ferne werd‘ ich ertragen.
Nun sinkt dein Sarg in die Grabesstätt‘
Sei drin auch nur das halbe Skelett.

Wien, 2014

Ömer Faruk Bağ

Studium der Mathematik an der Universität Wien
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